Ideen für Finanzprobleme von Finanzexperte Bernhard Lietaer

„Der Euro ist ein Hammer …“

„… aber wir brauchen einen Werkzeugkasten, um aus der Krise zu kommen“, fordert der belgische Wirtschaftswissenschafter Lietaer.
Bettina Stimeder, 1. Juni 2010, 18:39

„Niemand will etwas ändern am monopolistischen Finanzsystem“, beklagt Bernard Lietaer. Er plädiert für mehr Diversität, ein „Ökosystem an Währungen für bestimmte Funktionen“.
STANDARD: Alle suchen Werkzeuge, um das Vehikel Finanzsystem wieder flottzukriegen. Sie behaupten, sie zu haben. Warum reißt man sie Ihnen nicht aus den Händen? …
Lietaer: Wir leben in einer Orthodoxie, wenn es um Finanzfragen geht. Und diese fordert, dass jedes Land eine einzige Währung braucht, weil es effizient ist. Ich argumentiere, dass dies die Nachhaltigkeit unseres gesamten Systems verunmöglicht. … Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Österreich will die Arbeitslosenzahlen reduzieren. 80 bis 90 Prozent aller privaten Arbeitsplätze in Österreich hängen von Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) ab. Das Problem der KMUs ist der Cashflow. Wenn ich als KMU etwas verkaufe, werde ich in einer Frist von 90 Tagen bezahlt. Wenn ich etwas kaufe, muss ich in einer Frist von 30 Tagen zahlen. Also gehe ich zur Bank und will eine Zwischenfinanzierung. Die Bank ist nicht interessiert, weil KMUs eben klein und daher riskant sind. Und jetzt die Lösung: Wir bilden ein Netzwerk, am besten auf regionaler Ebene. Diese Wirtschaftseinheiten erreichen eine Vereinbarung, und wir ziehen eine Bank und eine Versicherung bei. Nun nehme ich die Rechnung meines Kunden und gehe damit zur Versicherung. Wird mein Kunde zahlungsunfähig, springt die Versicherung ein. In Uruguay ist die Prämie für diesen Vorgang nur ein Prozent der Summe. Die versicherte Rechnung kann ich im Netzwerk gegen die entsprechende „Ausgleichswährung“ tauschen, mit der ich meinen Lieferanten bezahlen kann, ohne auf die Euros des Kunden warten zu müssen. Der Lieferant hat die Wahl, entweder Euros über die Bank mit entsprechender Verzinsung zu erhalten oder selbst einen seiner Lieferanten mit der „Ausgleichswährung“ zu bezahlen. 90 Tage später wird die „Ausgleichswährung“ zu Euros, ohne Zusatzkosten.


Auch wenn Bernard den Euro für Griechenland nicht abschaffen möchte,
so ist hier doch die Essenz der nutzbaren Argumente getrennt davon zu betrachten.
Das gilt im Uebrigen für alle Komplementärwährungen.

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=
wu&dig=2012%2F06%2F05%2Fa0083&cHash=837e46d9f6 http://www.youtube.com/watch?v=qWCM24PhGFQ http://www.lietaer.com/2011/09/commercial-credit-circuit-c3/ http://www.worldacademy.org/forum/commercial-credit-circuit-c3 http://www.stro-ca.org/en/services/local-exchange-systems/c3 http://www.strohalm.nl/

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